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Das Kino 'Corso-Theater' in der Behmstraße
(Farbabzug auf 'Ikolor'- Papier, ca. 1955)
© Mitte Museum (Heimatmuseum Wedding)
 
AktivitätenMitgliederPublikationSprecher
 
InstitutionenSammlungen
Deutsches Historisches Museumgosamint (1K)

[Fotografenarchiv Liselotte Orgel-Köhne im Deutschen Historischen Museum Berlin]

"Liselotte Purper, 1918 als Tochter eines Juristen in Straßburg geboren, wuchs in Berlin auf. Ihren Wunschtraum, Fotografin zu werden, verwirklichte sie durch ein viersemestriges Studium an der Photographischen Lehranstalt des Berliner Lette-Vereins, das sie mit der Note "sehr gut" abschloss. Volontariate in Berlin (bei Yva und Ewald Hoinkis) und Braunschweig (bei Hilde Brinkmann-Schröder) vervollständigten ihre Ausbildung. In dieser Zeit kristallisierte sich bereits ihre Vorliebe zum Bildjournalismus heraus. 1936/37 wurde die Chefredakteurin der dem "Deutschen Frauenwerk" angehörenden Zeitschrift "Frauenkultur" auf sie aufmerksam, und für die junge Fotografin begann eine überaus erfolgreiche Karriere als "Bildberichterstatterin" im Dritten Reich. Von nun an war sie freiberuflich tätig für die Presse- und Propagandaabteilungen der "Reichsfrauenführung", der "NS-Frauenschaft", der "NS-Volkswohlfahrt", des "Reichsarbeitsdienstes" und anderer Organisationen.
Den thematischen Schwerpunkt ihrer vorwiegend mit einer "Rolleiflex" aufgenommenen Fotos bildete der (von offizieller Seite abgesegnete bzw. propagierte) Frauenalltag im Nationalsozialismus: Frauen in den unterschiedlichsten Einsatzbereichen wie Wissenschaft, Medizin, aber auch Angestellte, Arbeiterinnen und Hausfrauen. Als eine der ersten weiblichen "Bildberichter" war Liselotte Purper, die sich nach ihrer Heirat 1943 Orgel-Purper nannte, so erfolgreich, dass sie in den 40er Jahren ein eigenes kleines Unternehmen mit zeitweilig vier Mitarbeiterinnen betrieb.
Zahlreiche Reisen führten sie in die mit Deutschland verbündeten Länder, deren Lebensweise und Kultur sie ihren Landsleuten im Sinne der NS-Propaganda vermitteln sollte. Aus der Zeit des Krieges stammt ein anrührender Briefwechsel, den die Fotografin mit ihrem an der Ostfront stationierten Mann Kurt Orgel bis zu dessen Tod Anfang 1945 fast täglich führte.
Zusammen mit ihren Tagebüchern im DHM aufbewahrt, stellt diese "Ehe in Briefen" ein vielschichtiges und aufschlussreiches Zeitdokument dar. Nach dem Krieg widmete sie sich dem Thema der Kriegsbewältigung (Wiederaufbau und Rehabilitationsmaßnahmen). Zusammen mit ihrem zweiten Mann machte sie sich unter dem Namen Orgel-Köhne erneut selbstständig. Das Ehepaar lebt in Berlin.
* Phslg/BA [Photosammlung / Bildarchiv]: *ca. 630 O [riginalabzüge]; * ca. 700 N [Negative]; * Z [Zeitraum]: 1936 bis 50er Jahre (Schwerpunkt: 1938-1944)
* Lit: Protte, Katja: "Bildberichterstatterin" im "Dritten Reich". Fotografien aus den Jahren 1937 bis 1944 von Liselotte Purper (Mitteilungen des Deutschen Historischen Museums, 7. Jg., DHM-Magazin 20/1997), Berlin 1997"  ("Magazin", Fotografen und Agenturen im Bildarchiv des Deutschen Historischen Museums, 11. Jahrgang; Heft 26; Berlin, Herbst 2001)   (Quelle: Geht zu: http://www.dhm.de/magazine/fotografen/orgel_koehne.html http://www.dhm.de/magazine/fotografen/orgel_koehne.html [Zuletzt besucht: 2008-01-07])

Schlagworte zu diesem Bestand: [ Orgel-Köhne, Lieselotte]

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